Praxis für Psychosomatik und ärztliche Psychotherapie

Angststörungen


Zwar wird schon seit den Anfängen der Psychoanalyse auch in der psychodynamischen Psychotherapie zwischen verschiedenen Formen von Ängsten (z.B. ungerichtete Ängste bei sog. Angstneurosen, heute „Panikstörung“ und „generalisierter Angststörung“) und gerichteten Ängsten (heute „Agoraphobie“ und „soziale Phobie“) unterschieden. Die Behandlungskonzeption betont
aber gemeinsame Ursachen aller Angststörungen: die Verbindung einer aktuellen Symptomatik mit einem psychischen Hintergrundgeschehen, das zu beeinflussen erst nachhaltige Erfolge garantiert.
Zu diesem psychischen Hintergrundgeschehen zählen im Falle neurotischer Ängste verdrängte Konflikte, psychische Entwicklungsprobleme und gestörte Bindungserfahrungen in der Lebens-
geschichte.
Aufarbeitung der Hintergrundproblematik heißt, nicht bei den konkreten Befürchtungen gerichteter Ängste stehen zu bleiben. Erst die Klärung der Verbindungen mit unbewussten Phantasien erlaubt
zu erfassen, vor welchen inneren und äußeren Sachverhalten der Patient tatsächlich Angst hat, während die assoziative Wahrnehmungsverschiebung auf den vermeintlich erklärenden konkreten Angstinhalt keine wirklich beruhigende Erklärung liefert.
Die Angst als zentrales Symptom wird jedoch erst nachlassen, wenn im Rahmen einer selbst gesteuerten Symptomexposition auch die Auseinandersetzung mit der Vermeidung zum Thema der
zu bearbeitenden Konfliktdynamik gemacht wird.

Im Falle der Agoraphobie und der sozialen Ängste spielt oft die Angst vor Erniedrigung und Beschämung eine zentrale Rolle. Neben der selbst gesteuerten Angstexposition wird die Bearbeitung der mit dem assoziativen Feld verbundenen unbewussten Konflikte zu einem Garanten der Nachhaltigkeit von Psychotherapie.
Im Falle ungerichteter Ängste erlaubt die Erarbeitung einer Hintergrundtheorie, bisher scheinbar überraschende und nicht zu verstehende generalisierte Ängste oder Panikattacken als spezielle Störung der Affektregulation zu verstehen. Zu Tage treten häufig Bedrohungsphantasien im Hinblick auf sich selbst, oft in der Folge pathogener Beziehungserfahrungen. So zeichnen sich Patienten mit generalisierten Ängsten durch die Erfahrung gestörter sozialer Beziehungen in ihrer Entwicklung aus, die ein permanentes Gefühl des Angewiesen-Seins im Dienste von Sicherheit auslösen bei jederzeit mobilisierbaren Verlustängsten. Die Panikstörung wird gesteuert von einem Erschrecken über sich selbst, getragen von überhöhten Ansprüchen und einem überkritischen, verurteilenden Blick auf sich selbst.
Psychodynamische Psychotherapie, die zu mehr als einer Gewöhnung an bislang angstvoll vermiedene Situationen werden will, setzt die Bereitschaft voraus, sich mit diesen „weißen Abschnitten auf der Landkarte der eigenen Persönlichkeit“ auseinandersetzen zu wollen, bietet dafür aber einen nachhaltigen Behandlungserfolg.

Psychotherapiepraxis
Dr. Thomas Simmich

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